Retrospektive

Eine Nachricht aus einem anderen Leben,
mit nem ziemlich guten Beat in ihrem Umschlag kleben.
Ja, die Menschen kommen und gehen, ja, die Zeit bleibt niemals stehen,
ja, die nächsten kommen schon, ich seh schon ihre Fahnen wehen…

Doch was ist dann mit den Jahren, den vielen vielen Jahren?
Sind sie für immer weg, hält sie ein roter Faden?
Kann man die Endlosschleife zum x-ten mal ertragen,
wie sie sich hier so oft zeigt, in diesen Tagen?
Lass mal nicht lamentieren über den Verlust der Zeit,
auch nicht darüber, dass uns das alles langweilt.
Lass uns die blaue Stunde nutzen, denn nur sie ist wirklich mein,
lass uns die grauen Tage stutzen, ihre Farben befreien.
Denn jeder Moment gebiert mir Milliarden,
wie Kometen im August nach ihrer Wahrheit fragen.
Und wenn sie kurz davor sind mir alles zu sagen,
mir das Leid ihrer langen dunklen Reise zu klagen,
können sie die Kohlendioxidpartikel nicht ertragen
und verglühen an ihrer Wucht ohne Lebwohl zu sagen.

Lass es nicht zu, selber innen kalt zu sein,
wer soll den Frost sonst vertreiben, wenn wir hart sind wie Stein?
Und berufen wir uns nicht auf gestern und jeden morgen
lassen wir uns nicht verführen von Traurigkeit und Sorgen,
sondern wir tragen weiter, was wir begonnen haben,
es wird schon reichen für die Liebe und nen halbwegs vollen Magen.

Eine Nachricht aus so viel besserer Zeit,
im Rückblick betrachtet ner wirklich heilen Welt,
ein Leben wie’s den allermeisten Menschen gefällt,
eines, das im Nachhinein die Würdigung erhält.
Doch dann kam der Bruch, die Krise, 180Grad,
ein Kampf mit dir selbst, es fühlt sich an als sei’s Verrat.
Und du glaubst diese Scheiße könnte niemals enden,
das Schicksal ihre Schikanen nur gegen dich verwenden.
Und du glaubst, du hast irgendwo die Abzweigung verpasst,
ganz allein in einem Wald, ohne Schutz, ohne Rast,
ganz allein in einem Ozean aus Finsternis,
aufgewacht aus 1000 Jahren und jetzt ist nichts mehr gewiss.
Lass dir sagen, in 1000 Jahren, so perfekt war das nicht.
Es ist die Retrospektive, die uns alle besticht.
Und all die kleinen Dinge fallen schwer ins Gewicht.
Und übrigens, ein bisschen Sonne steht dir gut im Gesicht.

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