Dio Cane

Schau, schau, wie er kriecht, im Schlamm vor sich hin siecht.
Er hat kein Gesicht, dieser giftige Wicht.
Strukturloses Wesen, ich fress einen Besen,
wenn der etwas schafft, der Welt etwas vermacht…

Nein, er wird nur vegetieren, wird sich seiner selbst genieren,
wird Dreck fressen, Dreck machen, Dreck sein.
Er wir vornehm verrecken, sich hinter Alibis verstecken,
er wird eingehen in die endlose Apathie.
Und er durchbricht sie nie, nein, er erträgt sie wie
ein Papagei der aus dem Ei hinausschlüpft in Sklaverei,
ohne einmal seine Flügel weit auszubreiten
und durch die Wipfel der Bäume zu gleiten.
In seinen Schnabellöchern nur den Dunst des Orinoco,
anstatt Chemie und Schoko.
Doch soweit kommt es nicht, denn die Realität besticht
die Träume, die wir nachts bereisen, mit Wegen, die sie uns verheißen.
Er ist, was er ist und er bleibt, was er ist,
wenn er brav bleibt und nur das, was sie ihm geben, frisst.

Der Hund der Götter kotzte mich nachts stumm in die Welt,
die euch nur für ihre Traurigkeit gefällt,
die ihr nur für ihre Schönheiten hasst,
wegen eurer Übermacht hab ich mir heut ein Herz gefasst.

Schau, schau, wie er schreit, wie er kundtut sein Leid.
Scheinbar hat er’s gerafft, er hat keine Macht.
Es ist ihm bewusst, er ist beherrscht und durchdrungen.
Er ist seit Anbeginn der Zeit dem System einverleibt.
Doch er weiß es jetzt und er spürt es drücken.
Tief in ihm beginnen sich die Teile zu verrücken.
„Ich bin geboren frei, doch muss ich schuften für nichts.
Ich trag die Welt auf meinen Schultern, sie das Gold im Gesicht.“

Schau, schau, wie er steht, nicht mehr im Kreise sich dreht.
Er kann, was er kann, weil er’s gelernt hat, schon lang.
Verdeckt und als Schläfer wacht er auf und wird zum Jäger.
Er wird nicht lange fragen, er wird es einfach wagen.
Er wird sich als Banner von den höchsten Türmen rollen:
„Leute hört zu, ich muss tun, was sie nicht wollen,
ihre Konferenzen mit Scheiße bombardieren,
mit Kampfjets aus Papier, Napalm aus schlechtem Bier!
Ich muss versuchen einen Hebel zu finden,
auch wenn er darin besteht, mich mit ihnen zu verbinden.
Ich muss versuchen sie von innen aufzulösen,
sie an ihrer allerschwächsten Stelle zu entblößen.
Ich muss ihr falsches Bewusstsein zersetzen,
ihre Logik widerlegen, ihre Normen ersetzen,
ihnen als Prophet in den Träumen erscheinen,
ihr ewiges Ja ganz entschieden verneinen.
Ich will die Lähmung sein, in ihrem Wadenbein,
das bleierne Quadrat in ihrem rosaroten Hamsterrad.“

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