Die Welt brennt

Wir fliegen durch die Nacht und rauben heimlich eure Schätze
und streuen Treibsand auf eure Straßen und Plätze.
Wir legen diese Metropole in einen tiefen Schlaf
und entfesseln das Raubtier im Schaf…

Das Lamm wird geschoren und zur Schlachtbank geführt
und dort bekommt es das, was ihm gebührt.
Sein warmes Blut tränkt die trockene, trockene Welt.
Es hat umsonst gelebt, denn immer noch zählt nur das Geld.
Sein Fleisch wird gefressen, seine Haut wird angezogen,
doch sein Wort ist verloren und sein Erbe verlogen.
In seinem Geist wird sein Ungeist vollzogen.
Wir selbst haben uns dazu bewogen.
Wir sind auf der Jagd nach etwas Unbekanntem,
nach Begrifflosigkeit und völlig Unbenanntem,
nach dem Urzustand, wie wir ihn niemals kannten,
nach dem großen Glück, nach unseren Artverwandten.

Wir fliegen durch die Nacht, an unsichtbaren Seilen
und bringen euch die Nachricht, nicht länger zu verweilen.
Die Welt brennt, die Welt brennt
und mit ihr jeder, der sich nicht selbst versenkt.

Ihr sollt losrennen, aufschreien, aufbrausen,
einreißen, umbiegen und alles von euch werfen,
diesen Ohnmachtszustand nicht länger hinnehmen,
an den Fundamenten rütteln,
alles muss sich bewegen!

Wir fliegen durch die Nacht, denn alles muss sich ändern
und führen eine Sintflut über Städte und Länder.
Wir fliegen durch die Finsternis, wir kommen still und leise
und ziehen durch das Alte eine Trümmerschneise.
Alles, was nicht taugt, müssen wir verlieren,
alles nicht Gewachsene wieder dekonstruieren.
Wir sind der Aufstand der Nativisten,
der Götzendienst der Ur-Antichristen.
Stellt euch den Alarm auf Mitternacht.
Dann wird die Metamorphose vollbracht.
Kommt raus an den Waldrand mit rotem Quadrat,
jeder, der zu glauben vermag.
Heftet es an die Brust, dort, wo kein Herz mehr pocht.
Der erste Sonnenstrahl, Mutter Erde kocht.
Eine Schar untoter Flughunde kündigt ihn an:
Meine Damen und Herren, im Programm folgt jetzt der Weltuntergang.

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