Jetzt oder nie

Jetzt oder nie werden Fehler behoben, Probleme gebogen, glätt‘ ich die Wogen, bin nicht verlogen Ich schweb‘ auf dem goldenen Vließ von Füchsen flankiert ins Paradies Ich fall‘ auf die Welt als unsterblicher Held, ich bin ihr Sockel, ihr Stamm, ihr Gebälk

Der Wurm

Ihr habt uns nie gesehen, wir sind in eurem Innern Wir laufen rückwärts durch die Zeit und können uns erinnern An jede Kleinigkeit, die vorgefallen ist, an jeden Tag An jede Peinlichkeit, an die kein Mensch mehr denken mag

Frische Milliarden

Wir brauchen endlich wieder frische Milliarden, um uns in Noten und Moneten zu baden Wer würde den Kapitalismus verteufeln? Geld ist dazu da, um es anzuhäufen Und nicht um es auszugeben, die Realwirtschaft und die Konjunktur zu beleben Ich will mir fiktive Zahlen in meine Bilanzen malen

Katze im Sack

OK, heute nicht, ich gebe mich geschlagen doch seid darauf gefasst, ich komme wieder mit den selben Fragen die euch plagen, eurem Unbehagen Rechnung tragen

Der Steinbock

Ich steh auf einem Berg, ich seh auf einmal klar. Das, was ich seh’ ist mir die größte Qual. Da unten fließen Bäche in’s Tal, doch sie führen Schaum und das Wasser ist braun…

Die Welt brennt

Wir fliegen durch die Nacht und rauben heimlich eure Schätze und streuen Treibsand auf eure Straßen und Plätze. Wir legen diese Metropole in einen tiefen Schlaf und entfesseln das Raubtier im Schaf…

Tenochtitlan

Die Sterne leuchten hell über feinem Wüstensand, auf einem Planeten, den der Adler mit der Schlange im Mund erfand, um sich zu freuen an seiner eigenen Pracht. Er hat Berge, Flüsse und den Ozean gemacht…

Stumpfer Stift

Der Stift ist stumpf geworden und es füllen sich die Zeilen und ich sitz schon viele Jahre hier nur um an ihnen zu feilen. Von diesem Fenster überblick ich diese Straße. Es hat geregnet und die Luft trägt keine Abgase…

Flaschenpost

Sieben Wochen her, dass wir den Hafen verließen, Leinen los, um die Ferne zu erschließen, alte Abenteuer in unsern Köpfen, fern der Enge aus dem Vollen zu schöpfen…

Dachsland

Gestrandet auf dem Kriegsplaneten und erst mal werd ich bleiben, doch was er mir zu bieten hat muss sich erst noch zeigen. Vielleicht gibt’s ja was zu holen, liegt ein Schatz versteckt im Boden, werd ich ihn noch heut Nacht heben, graben bis Erdplatten beben.

Retrospektive

Eine Nachricht aus einem anderen Leben, mit nem ziemlich guten Beat in ihrem Umschlag kleben. Ja, die Menschen kommen und gehen, ja, die Zeit bleibt niemals stehen, ja, die nächsten kommen schon, ich seh schon ihre Fahnen wehen…

Dio Cane

Schau, schau, wie er kriecht, im Schlamm vor sich hin siecht. Er hat kein Gesicht, dieser giftige Wicht. Strukturloses Wesen, ich fress einen Besen, wenn der etwas schafft, der Welt etwas vermacht…